Entwicklung der Fallzahlen 1996 bis 2018

Im Jahr 2018 suchten insgesamt 101 von sexueller Gewalt direkt betroffene Menschen die Beratungsstelle auf. Die Entwicklung der Fallzahlen seit 1996  zeigt deutlich, dass die Zahl der Ratsuchenden stetig ansteigt. 

Der Zugang zur Beratungsstelle erfolgte inzwischen in vergleichsweise vielen Fällen auf Anraten der Polizei. Bereits 2016 wurde die Kontaktaufnahme für KlientInnen dadurch erleichtert, dass in der örtlichen Polizeidienststelle Betroffenen - oft erst nach einer Anzeige - direkt ein eigens verfasstes Schreiben der Beratungsstelle überreicht wird. 

 

Die Vermittlung des Beratungsangebotes erfolgte ebenso durch Behörden und Ämter, familienbegleitende Dienste, rechtliche BetreuerInnen und vor allem auch durch andere psychosoziale Dienste. Es gab allerdings auch Betroffene, die sich selbst auf den Weg machten oder von ehemaligen KlientInnen auf die Beratungsstelle aufmerksam gemacht oder sogar hierher begleitet wurden. Aktuelle Strafanzeigen bei der Polizei, posttraumatische Belastungsreaktionen (und die damit einhergehende Traumafolgestörungen – vor allem Depressionen, Ängste, Beziehungsstörungen etc.) und Spätfolgen des erlittenen sexuellen Missbrauchs waren die häufigsten Anlässe, unsere Anlaufstelle aufzusuchen. Das wertschätzende, parteiliche Postulat ist ein zentrales Element der Beratungsarbeit. In sehr vielen Fällen besteht die Notwendigkeit einer psychischen Stabilisierung der Ratsuchenden.

 

Da es im Landkreis Helmstedt keinen Ansprechpartner für männliche Opfer sexuellen Missbrauchs gibt, konnten diese Ratsuchenden nicht abgewiesen werden. Von den 101 direkt Betroffenen waren 11 Personen männlichen Geschlechts. Erstmalig in der Beratungsstelle ratsuchend waren 43 Personen.